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Kongresse

Der BAKJ veranstaltet in der Regel zwei Kongresse pro Jahr. Meist gibt es einen Sommer- und einen Winterkongress. Der letzte Kongress fand vom 2. bis 4. November 2007 in Münster statt. Der nächste Kongress wird vom 9. bis 12. Mai 2008 in Greifswald stattfinden. Sobald es weitere Informationen gibt werden wir sie euch hier auf der Seite in der Rubrik +action bereitstellen.

Münster: Winter 2007 | Freiburg: Sommer 2007 | Hamburg: Winter 2006

"Bist du sicher?" - Kongress im November 2007 in Münster

Unter dem Titel "Bist du sicher?" fanden sich vom 02.-04.November 2007 ungefähr 60 TeilnehmerInnen im Internationalen Zentrum der Universität Münster "Die Brücke" zusammen, um über die Themen Strafvollzug, Kriminalpolitik und soziale Kontrolle zu diskutieren.

Den Anfang machte am Freitag Abend Helga Cremer-Schäfer aus Frankfurt/Main mit einem Vortrag über Nachteile und Nutzen kriminologischen Wissen. Sie kritisierte die kriminologische Ursachenforschung und formulierte die These, dass von einer kritischen Wissenschaft nur dann die Rede sein könne, wenn die vorhandenen Kategorien von "Verbrechen und Strafe" grundsätzlich hinterfragt werden.

Weiter ging es am Samstag mit sieben Arbeitsgruppen. In AG 1 berichtete die Münsteraner Rechtsanwältin Sabine Birken von den Besonderheiten der Strafverteidigung von Jugendlichen. Daniela Klimke aus Hamburg erläuterte in AG 2 Tendenzen der Kriminalpolitik der letzten Jahrzehnte, die durch sozialen Ausschluss die Sicherheit der Gesellschaft vor Risikoträgern gewährleisten will. Aus Sicht der Geographie stellte Verena Schreiber aus Frankfurt in AG 3 verschiedene Konzepte der Kriminalitätsverhütung vor, welche an der Gestaltung von Städten anknüpfen und lokale Akteure in die Planung von Präventionskonzepten einbeziehen. In AG 4 berichtete der Rechtsanwalt Sven Adam aus Göttingen von der Arbeit des Anwaltsnotdienstes während der Demonstrationen im Umfeld des G 8-Gipfels in Heiligendamm. Der Gefängnisseelsorger Dieter Wever aus Münster gab in AG 5 anhand eines konkreten Falles Einblick in das Innenleben des Gefängnisses. AG 6 diskutierte mit Ulrike Lembke aus Hamburg den Zusammenhang von Geschlechterstereotypen und Gewaltdelinquenz und hinterfragte, welche Bedeutung Gewalt in der Hierarchie der Geschlechter hat. Tobias Singelnstein beleuchtete in AG 7 schließlich, wie und warum sich soziale Kontrolle in der Vergangenheit so erheblich gewandelt hat.

Mit vielen neuen Erkenntnissen begaben sich die TeilnehmerInnen, nach einem Stadtrundgang zum Thema "Frauen und Recht in Münster", am Abend auf den Weg zur obligatorischen Kongressparty im "Club Courage". Der Kongress endete schließlich am Sonntag Mittag nach dem Abschlussplenum und der Verabschiedung der zufriedenen, aber etwas müden TeilnehmerInnen.

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Ich kann so nicht arbeiten! - Kongress im Mai 2007 in Freiburg

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Recht und Geschlecht - Kongress im November 2006 in Hamburg

Hamburgs Aktive Jurastudierende (HAJ) haben vom 3.-5. November 2006 den diesjährigen Kongress des BAKJ zum Thema "Recht und Geschlecht" veranstaltet. Der BAKJ ist die bundesweite Koordination der linken kritischen Initiativen im juristischen Ausbildungsbereich. Seit der Gründung im Jahre 1989 veranstalten die vernetzten Gruppen einmal jährlich rechtspolitische Kongresse.

In den schönen Räumen des Kölibri nahe der Reeperbahn machte Susanne Dodillet aus Göteburg Freitagabend den Anfang und referierte über das deutsche und das schwedische Prostitutionsgesetz. In Schweden wird Prostitution mit Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen gleichgesetzt, weshalb das schwedische "Sexköpsgesetz" von 1999 Käufer sexueller Dienste bestraft. In Deutschland hingegen sind Kauf und Anbieten legal, was in Schweden unter anderem die Debatte entfachte, ob die schwedische Nationalmannschaft nicht die WM boykottieren solle.

Am Samstag teilten sich die über den Kongress hinweg insgesamt knapp 100 TeilnehmerInnen in verschiedene Arbeitsgemeinschaften auf.
Melanie Groß gab uns einen Einblick in dekonstruktive Konzeptionen der Kategorien gender und race, die mit J. Butler, G. Spivak und M. Foucault verbundenen sind. Anschließend wurden subversive feministische Strategien wie Ladyfeste und Kommunikationsguerilla vorgestellt, die Vorstellungen von Normalität und Natürlichkeit und strukturelle Ungleichheit angreifen sollen.

Lena Dammann diskutierte in ihrem Workshop anhand der Thesen "Prostitution ist ein Beruf" und "Aufenthaltsrechtliche Illegalität begünstigt Menschenhandel" über Ursachen von Zwangsprostitution und Menschenhandel. Darauf aufbauend wurde versucht, rechtliche Strategien zur Verbesserung der Situation von Migrantinnen in der Prostitution zu entwickeln.

Gemeinsam mit PD Dr. Eva Kocher vom feministischen Rechtsinstitut (feministisches-rechtsinstitut.de/) stellten wir uns die Frage, welche rechtlichen Instrumente gegen Diskriminierung wegen des Geschlechts, der ethnischen Herkunft, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Orientierung das Gleichstellungsgesetz bietet und welche Auswirkungen Antidiskriminierungsrecht im Alltag haben kann.

Melanie Guba und Lisa Haller von der AG Gender Killer aus Berlin leiteten einen Workshop, in dem über ökonomische, kulturelle und juristischen Implikation des Diskurses um die Kopftuchdebatte diskutiert wurde. Anlass zum Diskutieren bot der sehr sehenswerte Film „Machen Haare verrückt?“ über zwei Exilantinnen aus dem Iran.

Mit Dr. Kurt Seikowski aus Dresden widmeten wir uns den Rechtspsychologischen Aspekten der Transsexualität. Der Workshop wurde bereichert durch den ausführlichen Erfahrungsbericht eines Betroffenen.

Lars Albert nahm den Fall des Heidelberger Realschullehrers Michael Csaszkóczy zum Anlass, um über die juristischen und politischen Hintergründe von Berufsverboten zu referieren. Nachdem wir uns die tatsächlichen und rechtlichen Hintergründe des Einzelfalls verdeutlicht hatten wurde das Zitat, welches zum Anlass der Entlassung des Lehrers genommen wurde, näher betrachtet und hinsichtlich der Verhältnismäßigkeit im Einzelfall untersucht. Hierbei wurde insbesondere der Aspekt der Militanz gegen Nazis vor dem Hintergrund der Geschichte, dem Verbot der Auschwitz-Lüge, dem Widerstandsrecht im Grundgesetzt und der Menschenrechtsfeindlichkeit der Nazi-Ideologie diskutiert.

Am Sonntag ließen wir den Kongress gemütlich beim Brunch ausklingen, bevor sich die auswärtigen TeilnehmerInnen auf die Heimreise machten. Der nächste Kongress des BAKJ wird in Freiburg stattfinden.

Hamburgs Aktive Jurastudierende treffen sich jeden Montag um 18.15 Uhr im Freiraum, ESA W und freuen sich stets über Besuch. Infos unter www.h-a-j.de.

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